Zur Pathogenese und forensischen Bewertung von Hirnblutungen nach cerebraler Luftembolie
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Die histologische Untersuchung von drei Fällen mit cerebraler Luftembolie nach Verkehrsunfällen und Abtreibung ergab Kugel- und Ringblutungen in der grauen oder weißen Hirnsubstanz, die zentralgelegene Capillaren, z.T. mit Fibrinthromben, aufwiesen. Zur experimentellen Erzeugung cerebraler Luftembolien wurden 10 Kaninchen unter variierten Versuchsbedingungen Luftoder Luft-Sahnegemische in den linken Herzventrikel injiziert. Bei 7 von 9 histologisch untersuchten Tieren fanden sich, auch nach einer überlebenszeit von nur 2–3 min, multiple feinfleckige Hirnblutungen. In einem Fall mit einer überlebenszeit von 22 Std wurden typische Kugel- und Ringblutungen mit intravasalen Fibrinthromben — wie beim Menschen — beobachtet. — Zur Erklärung der Hirnblutungen gewinnen die histologisch nachweisbaren intravasalen Fibrinausfällungen eine besondere Bedeutung. Sie sind nach unserer Auffassung der morphologisch erkennbare Ausdruck einer Störung der Mikrozirkulation in der terminalen Strombahn mit Veränderung des örtlichen Blutgerinnungs-Potentials und Ausbildung einer Verbrauchscoagulopathie im Sinne vonLasch mit nachfolgender hämorrhagischer Diathese. Eine Mitwirkung der Gewebsthrombokinase aus den geschädigten perivasculären Hirnabschnitten ist auf Grund der zirkulatorischen Gegebenheiten abzulehnen. — Der Sektionsbefund einer Hirnpurpura kann in der forensischen Praxis nach Ausschluß anderer Krankheitsbilder mit ähnlichem Gehirnbefund als wichtiger Hinweis für eine vorangegangene cerebrale Luftembolie gewertet werden.
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