Zur Chemotaxonomie der Möhre (Daucus carota L. ssp. sativus (Hoffm.))
Tóm tắt
Gute Bekömmlichkeit, hohe Gehalte an dem Provitamin A Carotin sowie eine gute therapeutische Wirkung bei der gefürchteten Säuglings-Enteritis machen die Möhre zum wichtigsten Gemüse in der Säuglings- und Kleinkinder-Ernährung. Entwicklungsphysiologische Untersuchungen gaben Aufschluß über die Bildung der ätherischen Öle in Speicherwurzeln von 2 Möhrensorten in Verbindung mit anderen wertgebenden Inhaltsstoffen. In einer Vegetationszeit von fast vier Monaten entwickelten sich die Möhren vom Fadentyp über Bündelmöhre zur verkaufsfähigen Möhre ohne Kraut und zur überständigen Ware. Der Gehalt an ätherischen Öl nahm mit zunehmender Wurzelentwicklung stark ab, der Carotingehalt dagegen stark zu. Ein ähnliches antagonistisches Verhalten zeigten die Mono- und Disaccharide. 5 jährige Untersuchungen der ätherischen Öle und ihrer Bestandteile von 8 verschiedenen Sorten und Herkünften von Spätmöhren des gleichen Standorts (Geisenheim/Rheingau) gestatteten statistische Auswertungen über signifikante Abhängigkeit von genetischen und ökologischen Faktoren. Von den 13 identifizierten Bestandteilen des ätherischen Möhrenöls ließen 5 (α-Pinen, Camphen, Myrcen, α-Phellandren und Bisabolen) weder einen gerichteten bzw. statitistisch gesicherten Einfluß der Sorte, noch einen solchen der Witterung des Vegetationsjahres erkennen. Von den übrigen 8 Komponenten konnten 3 (Sabinen, l-Limonen und Caryophyllen) sowohl in genetischer Hinsicht über die jeweilige Sorte als auch ökologisch über die Witterung während der Vegetationsjahre beeinflußt werden. 2 Bestandteile des ätherischen Möhrenöls (β-Pinen und γ-Terpinen) erwiesen sich als nur sortenabhängig, während 3 (α-Terpinen, p-Cymol und Terpinolen) nur auf Witterungseinflüsse in den verschiedenen Jahren reagierten. Die wohlschmeckende Herkunft IV der Sorte „Lange rote stumpfe ohne Herz” mit relativ hohem Carotingehalt hatte gesicherte Befunde über besonders hohe l-Limonen- und β-Pinengehalte, aber sehr geringe Sabinen- und Caryophyllengehalte. β-Pinen hatte in einer unserer früheren Untersuchungen gegen häufige Erreger der Säuglingsenteritis (Escherichia coli Stamm 0127 :B 8 undStaphylococcus aureus) die weitaus beste bakterizide und bakteriostatische Wirkung aller damals identifizierten Bestandteile des ätherischen Möhrenöls erbracht. Die bakteriostatische Wirkung erwies sich bei l-Limonen als genau so stark gegen E. coli wie bei β-Pinen. Nur gegenStaphylococcus aureus war β-Pinen wirksamer als l-Limonen. Auf Grund dieser und weiterer, hier nicht genannter Ergebnisse werden Möglichkeiten zur Züchtung wertstoffreicher Diätmöhren erörtert. In diesem Zusammenhang steht auch generell die biochemische Qualitätsbeurteilung im Vergleich zu der der Handelsklassen und EWG-Qualitätsnormen zur Diskussion. Auf die Doppelrolle des ätherischen Möhrenöls einerseits als erwünschtes Diäteticum und andererseits als unerwünschtes Lösungsmittel und Rückstandsreservoir für fettlösliche, toxische Pestizide (Dienmittel und Phosphorsäureester) wird abschließend hingewiesen.
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