Identifikation akut-geriatrischer PatientInnen in der Freien und Hansestadt Hamburg (“Direkterhebung”)
Tóm tắt
Die Berechnung eines stationären Leistungsangebotes (“Bettenbedarfs”) erfolgte in der Vergangenheit vorwiegend über diagnosebezogene Fallzahlstatistiken (Krankenhausfälle). Die Entscheidung für die stationäre Versorgung in einer geriatrischen Abteilung wird jedoch zusätzlich durch Faktoren wie “Selbsthilfestatus”, “soziales Umfeld” und “Komorbidität” entschieden. Diese können direkt am Patienten ermittelt oder durch die Befragung der Pflege und/oder des ärztlichen Dienstes erfaßt werden. Für diese Befragung wird ein neues Meßinstrument vorgestellt. Das Kernstück bildet der Barthel-Index (BI). Flankierend erfolgt die Aufnahme der Eckdaten zur sozialen Situation sowie die Erfassung des modifizierten Screenings nach Lachs. Das dreiteilige Meßinstrument wurde vom 6. September bis 14. Dezember 1997 an sieben Hamburger Kliniken (darunter eine Universitätsklinik und eine geriatrieführende Klinik) im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe eingesetzt. Die gesammelten Daten erfassen 18 Aufnahmetage aller 60jährigen und älteren, welche am Tag der Befragung den fünften Tag im jeweiligen Akutkrankenhaus verbrachten. An einigen Kliniken wurden zusätzlich Daten ab dem dritten bzw. bis zum sechsten Tag nach Aufnahme erfaßt. Insgesamt wurde durch die ermittelten Daten eine ganze “virtuelle Tagesaufnahme” der 60jährigen und älteren am fünften Tag für die Stadt Hamburg erfaßt. Von 425 Patienten waren 137 bereits vor der Befragung verlegt oder entlassen worden, 4 waren verstorben. Von den verbliebenen 284 PatientInnen lehnten 2 die Befragung ab, die Daten von 6 PatientInnen waren nicht auswertbar; somit wurden 276 PatientInnen befragt. Von diesen stellen 231 “keine potentiellen KandidatInnen für eine Geriatrie oder geriatrische Tagesklinik” dar, 8 sind “KandidatInnen für eine geriatrische Tagesklinik direkt nach der Entlassung aus der Primärversorgung”, und 37 sind “KandidatInnen für eine stationäre Geriatrie”. Der vorgestellte dreiteilige Frage- und Befundbogen zeigt eine Sensitivität von 89,2% und eine Spezifität von 92,2%. In den Händen eines geschulten Untersuchers stellt das Meßinstrument sowohl im Rahmen des geriatrischen Konsils als auch für die Ermittlung eigener direkt erhobener statistischer Kenndaten “potentieller Kandidaten für eine stationäre Geriatrie” ein valides und in der Handhabung praktisches “Handwerkszeug” dar.
