Die proximale und distale Bizepssehnenruptur – Operationsindikation?

Trauma und Berufskrankheit - Tập 2 - Trang S110-S114 - 2000
A. Klonz1, C. Eggers2, H. Reilmann1
1Unfallchirurgische Klinik, Städtisches Klinikum Braunschweig, , DE
2 Unfallchirurgische Abteilung, Allgemeines Krankenhaus St. Georg, Hamburg, , DE

Tóm tắt

Zusammenfassung Die Ergebnisse von 77 konservativen und 164 operativen Behandlungen der proximalen Bizepssehnenruptur wurden aus der Literatur zusammengetragen. Die operative Therapie der proximalen Bizepssehnenruptur bringt einen geringen, aber nachweisbaren Kraftgewinn von 5–20%. Die Anzahl der Patienten, bei denen eine Schwäche verbleibt, wird dabei um mehr als 1/3 vermindert. Die entstandene Deformität wird effektiv korrigiert. Bei gleichzeitig geringem Operationsrisiko sollte sie jungen und aktiven Patienten empfohlen werden. Zur Beurteilung der Operationsindikation bei der seltenen distalen Sehnenruptur wurden 13 eigene Fälle nachuntersucht, sowie die in der ¶Literatur dokumentierten Ergebnisse evaluiert. Der Kraftverlust nach konservativer Therapie (n = 20) beträgt 30–40% für die Flexion und über 50% für die Supination. Der Verlust an Beugekraft kann durch die Aufnaht der Sehne auf die tiefere Muskelplatte (n = 22), ohne wesentliches Operationsrisiko, minimiert werden. Diese stellt zudem das ursprüngliche Muskelrelief wieder her. Die anatomische Reinsertion (n = 248) vermindert zusätzlich den Verlust an Supinationskraft auf 0–25%, birgt allerdings ein höheres Komplikationsrisiko in sich. Eine Minderung der Komplikationsrate durch den zusätzlichen dorsalen Zugang (n = 105 von 248) konnte nicht gezeigt werden. Die zuletzt propagierte Technik mit Ankerhaken bietet eine elegante Methode zur Fixation der Sehne, vereinfacht aber nicht den Zugang zur Tuberositas radii. Für die distale Bizepssehnenruptur besteht eine klare Operationsindikation. Das im Einzelfall geeignete Verfahren ist im Gespräch mit dem Patienten im Sinne einer Nutzen-/Risikoabwägung auszuwählen.