Zur Petrographie und Genese des Winnebachgranites (Ötztaler Alpen, Tirol)

G. Hoinkes1, F. Purtscheller1, J. Schantl1
1Institut für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich

Tóm tắt

Der im Altkristallin des mittleren Ötztales gelegene “Winnebachgranit” ist ein Migmatit mit granitisch-granodioritischem Chemismus. Der kontinuierliche Übergang vom Migmatit in die umgebenden Paragneise und der ähnliche Chemismus von Biotit-Plagioklas-Gneis-Schollen und Mobilisat lassen sich am besten durch eine Anatexis in situ erklären. Die aus den bekannten wasserhältigen granitischen Systemen abgeleiteten Schmelztemperaturen der Winnebachgesteine wurden durch Experimente bestätigt. Der früheste Schmelzbeginn erfolgt in Gesteinen mit den geringsten CaO-Gehalten bei ca. 660°C (4 kb). Unveränderte Gneisschollen im Migmatit deuten an, daß die Maximaltemperatur der Anatexis 685°C (4kb) nicht überschritten hat. 1–2 km entfernte Biotit-Plagioklas-Gneise zeigen bei einem, für die frühe Anatexis geeigneten Chemismus, keinerlei Aufschmelzung. Diese Beobachtung wird, unter Annahme von Wassersättigung im gesamten Komplex, durch eine um mindestens 20°C geringere Temperatur als im Zentrum des Migmatits erklärt. Die Bildung des Migmatits gehört als letztes Großereignis in die voralpidische Metamorphose.

Tài liệu tham khảo

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