Wohnraumversorgung und Wohnqualität einkommensschwacher Haushalte. Herausforderungen, Handlungsmöglichkeiten und Grenzen für Wohnungspolitik und Stadtentwicklung am Beispiel des Sonnenbergs in Chemnitz

Oekom Publishers GmbH - Tập 72 - Trang 39-53 - 2014
Dörthe Brinker1, Heidi Sinning1
1Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP), Fachhochschule Erfurt, Erfurt, Deutschland

Tóm tắt

Soziale Disparitäten zwischen Arm und Reich sowie das Armutsrisiko, insbesondere Alleinerziehender, von Personen mit niedrigem Erwerbseinkommen sowie vermehrt auch Älterer, nehmen in Deutschland stetig zu. Dieser Missstand stellt nicht nur gesellschaftlich, sondern auch für die Städte und Gemeinden eine große Herausforderung dar. Dabei wird die Ausgangslage vielerorts zusätzlich durch eine angespannte Wohnungsmarktsituation verschärft. Diese ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass zu wenig Wohnraum für einkommensschwächere Haushalte zur Verfügung steht und dass bezahlbarer, bedarfsorientierter Wohnraum durch Segregation und Gentrifizierung verknappt wird. Mit Hilfe verschiedenster Strategien und Maßnahmen, etwa Mietpreisbindung oder veränderter Vergabepraxis städtischer Wohnbauflächen, wird bereits versucht, die Wohnraumversorgung und Wohnqualität einkommensschwacher Haushalte sicher zu stellen, Verdrängungstendenzen entgegen zu wirken und sozial durchmischte Quartiere zu erhalten. Der vorliegende Beitrag befasst sich in diesem Zusammenhang mit zwei ausgewählten Strategieansätzen, der Kooperation zwischen Wohnungswirtschaft und Stadtentwicklung sowie der integrierten Quartiersentwicklung. Am Beispiel des Quartiers Sonnenberg in Chemnitz werden entsprechende Handlungsmöglichkeiten und Grenzen der Wohnraumversorgung exemplarisch ausgelotet und in den wissenschaftlichen Kontext einer kooperativen und sozial ausgleichenden Stadtentwicklungspolitik eingeordnet.

Tài liệu tham khảo

Alisch, M.; Dangschat, J. (1998): Armut und soziale Integration – Strategien sozialer Stadtentwicklung und lokaler Nachhaltigkeit. Opladen. Bäcker, G. (2008): Altersarmut als soziales Problem der Zukunft? In: Deutsche Rentenversicherung 63 (4), 357–367. BBSR – Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2010): Wohnungsmärkte im Wandel – Zentrale Ergebnisse der Wohnungsmarktprognose 2025. Bonn. = BBSR-Berichte Kompakt 1. BBSR – Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2011): Fortführung der Kompensationsmittel für die Wohnraumförderung. Endbericht. Bonn. Beck, S.; Gutknecht, S. (2011): Talkshow statt Teilhabe? Ein lebensweltlicher Blick auf die Kommunikationsstruktur in der Stadtgesellschaft. In: Forum Wohnen und Stadtentwicklung 3 (6), 309–313. Berthold, N.; Zenzen, J. (2010): Armutsatlas – Armutszeugnis der sozialpolitischen Kartographie. Berlin. In: Wirtschaftsdienst 90 (1), 48–53. BMAS – Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.) (2008): Lebenslagen in Deutschland. Der dritte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Berlin. BMFSFJ – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012): Familienreport 2011– Leistungen, Wirkungen, Trends. Berlin. BMU – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2011): Das Energiekonzept und seine beschleunigte Umsetzung, Stand Oktober 2011. http://www.bmu.de/energiewende/beschluesse_und_massnahmen/doc/47892.php (04.12.2013). BMVBS – Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (2008): Statusbericht 2008 zum Programm Soziale Stadt. Berlin. BMVBS – Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (2012): Zweiter Bericht über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland. Berlin. BMVBS – Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung; BBSR – Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.) (2009): Kosten der Unterkunft und die Wohnungsmärkte. Auswirkungen der Regelungen zur Übernahme der Kosten für Unterkunft auf Transferleistungsempfänger und Kommunen. Bonn = Forschungen 142. Chempirica Markt-, Meinungs- und Sozialforschung (2010): Stadtteil-Atlas Chemnitz 2010/11. Chemnitz. Deutscher Bundestag (2011): Wohngeld- und Mietenbericht 2010. Berlin. = Drucksache 17/6280 vom 24.06.2011. Flade, A. (1987): Wohnen psychologisch betrachtet. Bern. Freie und Hansestadt Hamburg (2011): Bündnis für das Wohnen in Hamburg. Vereinbarung für das Wohnen zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und den wohnungswirtschaftlichen Verbänden Hamburgs über Wohnungsneubau, Klimaschutz und Energieeffizienz, Erhalt der Backsteinfassaden und integrative Wohnungspolitik für die 20. Legislaturperiode. http://www.hamburg.de/contentblob/3459978/data/buendnis-fuer-das-wohnen.pdf (05.12.2013). Gädker, J.; Sinning, H.; Thalheim, K. (2012): 50plus als Zielgruppe der Wohnungswirtschaft und Stadtentwicklung. Systematisierungsansätze, Anforderungen und Handlungsstrategien. Erfurt. = ISP-Schriftenreihe 4. GdW – Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (2010): GdW-Wohnungsunternehmen trotzen der Krise: Stabile Investitionen, weniger Mietschulden, geringerer Leerstand sowie mehr energetisch sanierte und altengerechte Wohnungen. Medien-Information Nr. 31/10 vom 22.06.2010. Berlin. Häcker, H.; Stapf, K. (1998): Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern. Harlander, T.; Kuhn, G. (2012): Aktive Mischung – zur Zukunft der Städte. In: Harlander, T.; Kuhn, G. (Hrsg.): Soziale Mischung in der Stadt. Case Studies – Wohnungspolitik in Europa – Historische Analyse. Neustadt an der Weinstraße, 420–429. Hauser, R. (2008): Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung – Diagnoseinstrument und Basis für Therapievorschläge. In: Wirtschaftsdienst 88 (7), 427–432. Häußermann, H. (2010): Armutsbekämpfung durch Stadtplanung? In: Aus Politik und Zeitgeschichte 51–52, 23–29. Heising, P.; Baba, L. (2011): Neue Ansätze für kommunale Konzepte zur Wohnraumversorgung von Haushalten mit niedrigen Einkommen. In: Informationen zur Raumentwicklung 9, 521–533. Heitel, S.; Lohse, M.; Zahn, M.; Pfnür, A.; Damianakis, M. (2011): Wohnungswirtschaft im Wandel: Möglichkeiten und Grenzen öffentlicher Finanzierung in der Wohnraumversorgung. Darmstadt. = Arbeitspapiere zur immobilienwirtschaftlichen Forschung und Praxis 24. Hunger, B. (2011): Großsiedlungen ab 1945 in Ost und West. „Gut und sicher zur Miete wohnen, ist keine Selbstverständlichkeit“, Bernd Hunger von „GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.“ im Gespräch mit Sabine Kraft und Philipp Schneider. In: ARCH + 44 (203), 54–57. Kirchner, J. (2006): Wohnungsversorgung für unterstützungsbedürftige Haushalte. Deutsche Wohnungspolitik im europäischen Vergleich. Wiesbaden. Lüken, S. (2012): Licht und Schatten am Arbeitsmarkt. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2012_01/Arbeitsmarkt2012_01.html (04.12.2013). Lutz, R. (1995): Armut in der früheren DDR – Armut in Ostdeutschland heute. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit 46 (9), 346–355. Maslow, A.H. (1943): A Theory of Human Motivation. In: Psychological Review 50, 370–396. Müller-Zick, K.; Schreiber, K. (2005): Zwischenevaluierung des Programms „Stadt-Vision-Saar“: Soziale Stadt im Saarland. In: Informationen zur Raumentwicklung 2/3, 87–94. o. V. (1990): Gabler-Volkswirtschafts-Lexikon. Wiesbaden. o. V. (1992): Gabler-Wirtschafts-Lexikon. Wiesbaden. Pilloud, J. (2004): Wohnzeiten. Wohnbedürfnisse im gesellschaftlichen Wandel. Zürich. Polkowski, D. (2005): Hamburgisches Stadtteilentwicklungsprogramm – Zwischenevaluation. In: Informationen zur Raumentwicklung 2/3, 95–101. Sinning, H. (2013): Partizipation in der sozialen Stadtteilentwicklung. Daueraufgabe für öffentliche Hand und Wohnungswirtschaft. In: Forum Wohnen und Stadtentwicklung 5 (1), 13–18. Stadt Chemnitz (2009a): Städtebauliches Entwicklungskonzept – Chemnitz 2020. Beschlussvorlage. Chemnitz. Stadt Chemnitz (2009b): Städtebauliches Entwicklungskonzept, Fachkonzept Wohnen. Chemnitz. Stadt Chemnitz (2010a): Städtebauliches Entwicklungskonzept – Chemnitz 2020, Gebietspässe, Entwurf vom September 2010. Chemnitz. Stadt Chemnitz, Stadtplanungsamt (2010b): Wohnraumbedarfskonzept 2009/2010. Chemnitz. Stadt Chemnitz, Amt für Baukoordination (2010c): Integriertes Handlungskonzept für den Stadtteil Sonnenberg, Fortschreibung 2010, Mai 2010. Chemnitz. Stadt Chemnitz, Sozialamt (2012): Jahresbericht des Sozialamtes 2011. Ausgewählte soziale Entwicklungen in der Stadt Chemnitz. Chemnitz. Stadt Chemnitz (o. J.): Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) – Stadtentwicklungsgebiet Sonnenberg. http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/die-stadt-chemnitz/stadtentwicklung/efre-foerderung/efre_stadtentwicklungsgebiet_sonnenberg.html (05.12.2013). Statistisches Bundesamt (2011a): Ältere Menschen in Deutschland und der EU. Wiesbaden. Statistisches Bundesamt (2011b): Wirtschaftsrechnungen. Leben in Europa (EU-SILC), Einkommen und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union. Wiesbaden. = Fachserie 15, Reihe 3. Statistisches Bundesamt (2012a): Lebensbedingungen, Armutsgefährdung. Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC). Armutsschwelle und Armutsgefährdung in Deutschland. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/LebensbedingungenArmutsgefaehrdung/Tabellen/EUArmutsschwelleGefaehrdung_SILC.html (21.02.2013). Statistisches Bundesamt (2012b): 2011: Zahl der unbefristet in Vollzeit Beschäftigten steigt deutlich. Wiesbaden. Pressemitteilung Nr. 263 vom 30.07.2012. Statistisches Bundesamt (2012c): Quote der Empfänger sozialer Mindestsicherung sinkt auf 8,9 %. Wiesbaden. Pressemitteilung Nr. 383 vom 07.11.2012. Statistisches Bundesamt (2013): Armutsgefährdungsquote in Deutschland von 2005 bis 2012. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/72188/umfrage/entwicklung-der-armutsgefaehrdungsquote-in-deutschland/ (04.12.2013). Wfa – Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen (2009): Mieterbefragung NRW. Schwerpunkt: Zur Situation einkommensschwacher Haushalte. Düsseldorf.