Die opportunen Zeugen
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Otto Groth: Der Stoff der Zeitungen, seine Einteilung und Verteilung. In: Otto Groth: Die politische Presse Württembergs. Stuttgart 1915. Zitiert nach: Winfried Schulz: Der Inhalt der Zeitungen. Eine Inhaltsanalyse der Tagespresse in der Bundesrepublik Deutschland (1967) mit Quellentexten früher Inhaltsanalysen in Amerika, Frankreich und Deutschland. Düsseldorf 1970, S. 99–128, hier S. 123.
Hier und im folgenden ist mit »Medium« eine konkrete Organisation oder deren Produkt – Zeitung, Fernseh- oder Hörfunkprogramm – gemeint.
Mit Unausgewogenheit (lack of balance) ist Über- oder Unterbetonung von Positionen in politischen Konflikten gemeint, mit Verzerrung (distortion) Abweichung von Fakten. Das Wort Bias kann im Englischen außerdem auch für Voreingenommenheit stehen, eine Ursache von Unausgewogenheit und Verzerrung. Vgl. Robert A. Hackett: Decline of a Paradigm? Bias and Objectivity in News Media Studies. In: »Critical Studies in Mass Communication«, Jg. 1984/Heft 1, S. 229–259, hier S. 230.
vgl. Dennis K. Davis: News and Politics. In: David L. Swanson / Dan Nimmo (Hrsg.): New Directions in Political Communication. Newbury Park u. a. 1990, S. 147–184, hier S. 154–156.
Dieses Modell haben Westley und MacLean graphisch veranschaulicht: Bruce H. Westley / Malcolm S. MacLean jr.: A Conceptual Model for Communications Research. In: »Journalism Quarterly«, 34. Jg. 1957, S. 31–38.
Robert A. Hackett: a.a.O., S. 232 f.
Malcolm W. Klein / Nathan Maccoby: Newspaper Objectivity in the 1952 Campaign. In: »Journalism Quarterly«, 31. Jg. 1954, S. 285–296.
Edith Efron: The News Twisters. Los Angeles 1971.
vgl. z. B. George Gerbner: Ideological Perspectives and Political Tendencies in News Reporting. In: »Journalism Quarterly«, 41. Jg. 1964, S. 495–508.
vgl. Carolyn Martindale: Coverage of Black Americans in five Newspapers since 1950. In: »Journalism Quarterly«, 62. Jg. 1985, S. 321–328.
Martin A. Lee / Norman Solomon: Unreliable Sources: A Guide to Detecting Bias in News Media. New York 1990; Brigitte Lebens Nacos: The Press, Presidents and Crises. New York 1990.
C. Richard Hofstetter: Bias in the News. Network Television Coverage of the 1972 Election Campaign. Columbus 1976, S. 192; vgl. auch: Robert A. Hackett: a. a. O., S. 239; Guido H. Stempel / John W. Windhauser: The Total Picture: Press, Politicians and the Public. In: Guido H. Stempel / John W. Windhauser (Hrsg.): The Media in the 1984 and 1988 Presidential Campaigns. New York u.a. 1991, S. 202–209, hier S. 202 f.
Guido H. Stempel: The Prestige Press Meets the Third-Party Challenge. In: »Journalism Quarterly«, 46. Jg. 1969, S. 699–706, hier S. 705; C. Richard Hofstetter: News Bias in the 1972 Campaign; A Cross Media Comparison. In: »Journalism Monographs«, Heft 58 (1978), S. 27.
vgl. die Übersicht über Nachrichtenbiasstudien in Joachim Friedrich Staab: Nachrichtenwert-Theorie. Formale Struktur und empirischer Gehalt. Freiburg und München 1990, S. 27-40
Klaus Schönbach: Trennung von Nachricht und Meinung. Freiburg und München 1977, S. 127 f.
Wilfried Scharf: Nachrichten im Fernsehen der Bundesrepublick Deutschland und der DDR. Objektivität und Parteilichkeit in der Berichterstattung. Frankfurt/Main 1981, insbes. S. 201-209.
Klaus Schönbach: a. a. O., S. 128.
Kurt Koszyk / Jürgen Prause: Regionalzeitungen aus dem Ruhrgebiet im Bundestagswahlkampf 1986/87. In: Dieter Klingemann / Max Kaase (Hrsg.): Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlaß der Bundestagswahl 1987. Opladen 1990, S. 620–646.
vgl. Robert A. Hackett: a. a. O., S. 234.
vgl. etwa Humberto Maturana / Francisco Varela: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. Bern u.a. 31987; Ulric Neisser: Cognition and Reality. New York 1976.
Peter L. Berger / Thomas Luckmann: The Social Construction of Reality. A Treatise in the Sociology of Knowledge. Gordon City und New York 1966.
vgl. Gaye Tuchman: Making News. A Study in the Construction of Reality. New York und London 1978.
vgl. Winfried Schulz: Massenmedien und Realität. Die »ptolemäische« und die »kopernikanische« Auffassung. In: »Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie«, Sonderheft 30 »Massenkommunikation«, S. 135–149, hier S. 142.
vgl. ebenda, S. 143.
Winfried Schulz: Agenda-Setting und andere Erklärungen. Zur Theorie der Medienwirkungen. In: »Rundfunk und Fernsehen«, 32. Jg. 1984, S. 207–213, hier S. 208 f.
vgl. Dennis K. Davis: a. a. O., S. 159 f.; sowie Joachim Friedrich Staab: a. a. O., S. 27–40 und S. 55–92.
vgl. etwa Gaye Tuchman: a. a. ö., oder Edward J. Epstein: News from Nowhere. New York 1974.
vgl. etwa: Als sei es des Teufels eigenes Werk. In: »Der Spiegel«, Jg. 1987/Heft 21, S. 24–32.
Eine Sichtung der Zeitungen hatte ergeben, daß sie vor und nach diesem Zeitraum über die Volkszählung praktisch nicht berichtet haben.
Dies wurde auch empirisch bestätigt; vgl. Hans Mathias Kepplinger: Die aktuelle Berichterstattung des Hörfunks. Eine Inhalts-analyse der Abendnachrichten und politischen Magazine. Freiburg und München 1985, S. 19.
vgl. Klaus Schönbach: a.a.O., S. 61–65, Hans Mathias Kepplinger: Die aktuelle Berichterstattung, a.a.O., S. 19, S. 28. Wie die vorliegende Untersuchung zeigt, bilden »FAZ«, »FR«, »SZ« und »Welt« beim Thema Volkszählung nicht allein, aber zusammen mit der »taz« ein ausgeglichenes Meinungsspektrum (vgl. Kapitel 2).
Barbara Pfetsch: Volkszählung ’83. Ein Beispiel für die Thematisierung eines politischen Issues in den Massenmedien. In: Dieter Klingemann / Max Kaase (Hrsg.): Wahlen und politischer Prozeß. Analysen aus Anlaß der Bundestagswahl 1983. Opladen 1983, S. 201–232.
Warum außer den Nachrichten auch alle anderen Formen der Berichterstattung untersucht wurden, erläutere ich in Kapitel 2. Insgesamt waren 71 v. H. aller Artikel Nachrichten, 7 v. H. Kommentare, 6v.H. Leserbriefe, 4 v. H. Reportagen. Die restlichen 12 v. H. entfielen auf sonstige Stilformen.
Ludwig Berckoven / Werner Eckert / Peter Ellenrieder: Marktforschung. Methoden, Grundlagen und praktische Anwendung. Wiesbaden 21986, S. 65.
»Sehr für Volkszählung« und »für Volkszählung« würden zu einer Kategorie zusammengefaßt, ebenso »gegen Volkszählung« und »sehr gegen Volkszählung«.
vgl. etwa Klaus Schönbach: a. a. O., S. 48–54.
vgl. ebenda, S. 71–78.
vgl. ebenda, S. 75 und Schaubild 1.
Die Durchschnittsrichtungen in »FAZ«, »FR«, »SZ« und »Welt« korrelieren mit den von Kepplinger auf langfristiger Basis gemessenen politischen Grundpositionen auf einem Links-Rechts-Spektrum mit Pearsons r = l,00, α <0,01; vgl. Hans Mathias Kepplinger: Die aktuelle Berichterstattung, a. a. O., S. 28.
Pearsons r = 0,96, α <0,01.
Diese Beschränkung war durch das Statistikprogramm vorgegeben.
Sowohl innerhalb der SPD als auch innerhalb der Gewerkschaften gab es während der gesamten Dauer der Diskussion Konflikte um eine einheitliche Linie zur Volkszählung, vom Widerstreit materialistischer und postmaterialistischer Wertorientierungen in der Mitgliederschaft geprägt. Die Datenschutzbeauftragten vertraten individuell unterschiedliche Meinungen zum Zensus.
Die nicht angepaßten Abweichungen der Richtung in den Zeitungen über alle in der Klassifikations- bzw. Varianzanalyse untersuchten Gruppen betragen: »Welt«: +0,8; »FAZ«: +0,5; »SZ«: +0,2; »FR«: -0,2, »taz«: −0,7. Sie unterscheiden sich geringfügig von der Abweichung der Gesamtmittelwerte aller Kommunikatoren ohne die Journalisten (wie in Schaubild 2 dargestellt), weil nicht alle Kommunikatoren in die Klassifikationsanalyse eingingen.
vgl. Johan Galtung / Mari Holmboe Ruge: The Structure of Foreign News. The Presentation of the Congo, Cuba and Cyprus Crises in Four Foreign Newspapers. In: Jeremy Tunstall (Hrsg.): Media Sociology. London 1970, S. 259-298
Erstveröffentlichung in: »Journal of International Peace Research«, Jg. 1965/Heft 1, S. 64-90.
Konsonanz (Übereinstimmung mit vorhandenen Erwartungen und Wünschen) gilt als Nachrichtenfaktor. Vgl. Johan Galtung / Mari Holmboe Ruge: a. a. O., S. 262, S. 264.
Der β-Wert ist ein standardisierter partieller Regressionskoeffizient. Vgl. M. J. Noruris: SPSS Statistical Algorithms, o. O. 1978, S. 409.
Folgendes ist zu beachten: Das Merkmal Richtung erfüllt nicht alle Anforderungen einer Varianz- und Klassifikationsanalyse. Weder liegt Varianzhomogenität in den Gruppen noch Normalverteilung der Grundgesamtheit vor; das ist laut Glaser sowie Schuchard-Ficher u.a. allerdings nicht schwerwiegend. Das für diesen Fall geforderte, vierfach höhere Signifikanzniveau erreichen nämlich alle drei Effekte (Gruppe, Zeitung, Interaktion). Allerdings sind die Zellen (Zeitung/Gruppe) nicht gleich besetzt. Glaser empfiehlt bei Ungleichbesetzung der Zellen eine Varianzanalyse bzw. multiple Klassifikationsanalyse auf der Basis der Zellenmittelwerte (als jeweils einziger Fall pro Zelle). Eine derartige Analyse bestätigt weitgehend die oben angeführten β- und R2-Werte: β-Zeitung = 0,32; β-Gruppe = 0,86; R2 = 0,83. Signifikanzniveaus lassen sich hierbei nicht angeben, da bei nur einem Fall pro Zelle (dem Mittelwert) keine unerklärte Varianz mehr auftritt. Vgl. Felix Bauer: Datenanalyse mit SPSS. Berlin u.a. 1984, S. 115–117, sowie Wilhelm R. Glaser: Varianzanalyse. Stuttgart und New York 1978, S. 111, S. 165 f.; Christiane Schuchard-Ficher u.a.: Multivariate Analysemethoden. Berlin u.a. 1982, S. 44.
Ermittelt per Chi2-Test, α <0,05.
vgl. Anmerkung 40.
Auch hier sind die gleichen Bedingungen der Varianz- und Multiplen Klassifikationsanalyse verletzt, wie schon bei Untersuchung der Gruppen (vgl. Anmerkung 45). Der Effekt der Person hält aber auch hier – wie schon bei der Gruppe – mit α <0,0025 den vierfach strengeren Anforderungen an Hochsignifikanz stand. Außerdem bestätigt eine Varianzanalyse auf der Basis der Zellenmittelwerte weitgehend die oben angeführten β- und R2-Werte: β-Zeitung = 0,09; β-Person = 0,93; R2 = 0,87.
Aus diesem Grund zeigen die nicht angepaßten Abweichungen der Zeitungen von der Durchschnittsrichtung (berechnet auf der Basis der Argumente aller Personen, die in die Klassifikations- bzw. Varianzanalyse einbezogen wurden) deutlich den Einfluß der redaktionellen Linie: »FAZ«: +0,6; »Welt«: +0,4; »SZ«: 0; »FR«: −0,2; »taz«: −0,7.
Engelhard erscheint mit weniger als 20 Argumenten nicht in der Klassifikationsanalyse.
vgl. David Manning White: The Gatekeeper. A Study in the Selection of News. In: »journalism Quarterly«, 27. Jg. 1956, S. 383–390.
Herbert J. Gans: Deciding what’s News. A Study of CBS Evening News, NBC Nightly News, Newsweek and Time. New York 1980 (Originalausgabe: New York 1979), S. 281.
In seinem Text geht Schönbach auf diesen Gedanken allerdings nicht weiter ein; vgl. Klaus Schönbach: Umfassende Information kontra politische Grundhaltung. Übereinstimmung mit der redaktionellen Linie als Nachrichtenwert. In: »Publizistik«, 21. Jg. 1976, S. 68–87, hier S. 68.
Gaye Tuchman: a. a. O., S. 82–103, sowie Harvey Molotch / Marilyn Lester: News as Purposive Behavior. On the Strategic Use of Routine Events, Accidents, and Scandals. In: »American Sociological Review«, 39. Jg. 1974, S. 101–112, hier S. 105 f.
Gaye Tuchman: a. a. O., S. 89–95, sowie John Hartley: Understanding News. London und New York 1982, S. 109 f.
Sich mit Kommunikatoren zu identifizieren und Werte mit Kommunikatoren zu teilen sind (bei der massenmedialen Kommunikation) im theoretischen Modell von Kelman die beiden wichtigstens Gründe dafür, daß Menschen die Meinung dieser Kommunikatoren übernehmen. Vgl. Herbert C. Kelman: Processes of Opinion Change. In: »Public Opinion Quarterly«, 25. Jg. 1961, S. 56–78, hier vor allem S. 63–67.
Hans Mathias Kepplinger: Instrumentclle Aktualisierung. Grundlagen einer Theorie publizistischer Konflikte. In: »Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie«, Sonderhefft 30 »Massenkommunikation« 1989, S. 199–220.
Werner J. Patzelt: Abgeordnete und Journalisten. In: »Publizistik«, 36. Jg. 1991, S. 315–329, hier S. 320 f.
vgl. Leon Sigal: Reporters and Officials. The Organization and Politics of Newsmaking. Lexington u.a. 1973, S. 187 f.
vgl. auch Herbert J. Gans: a. a. O., S. 281-285, und Susan Heilmann Miller: Reporters and Congressmen Living in Symbiosis. In: »Journalism Monographs«, Bd. 53 (1978).
W. Lance Bennett: News: The Politics of Illusion. New York 21988, S. 108.
Susan Heilmann Miller: a.a.O., S. 23; Werner J. Patzelt: a.a.O., S. 318; W. Phillips Davison: Diplomatie Reporting: Rules of the Game. In: »Journal of Communication«, 25. Jg. 1975, S. 136–146.
Claus-Peter Gerber / Manfred Stosberg: Die Massenmedien und die Organisation politischer Interessen. Bielefeld 1969, S. 128; Hans Mathias Kepplinger / Jürgen Fritsch: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Abgeordnete des 8. Deutschen Bundestages. In: »Publizistik«, 26. Jg. 1981, S. 33–55, hier S. 34.
